Klima-Wunschzettel an Bürgermeisterin übergeben

Wir haben mit zehn Dresdner Schulen eine Klimabildungsinitiative gestartet. Zum Abschluss der Aktion wurden am 15. Dezember 155 Wunschzettel von einigen Schüler:innen persönlich an die Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen übergeben.

Mit unserem Projekt wollten wir Kinder ermutigen, eigene Ideen für ein klimafreundlicheres Dresden zu entwickeln und sich an Stadtentscheidungen aktiv zu beteiligen. Schließlich werden die Schüler:innen von heute die Auswirkungen der Klimakrise ihr ganzes Leben spüren.

Nach dem das Thema im Unterricht mit Informationsmaterial zu Umweltschutzmaßnahmen vorgestellt wurde, sollten die Schüler eigene Ideen sammeln, z. B. wie Energie gespart, Mobilität klimafreundlicher gestaltet oder die Natur besser geschützt werden kann. Dabei waren sowohl kleine Maßnahmen für den Alltag als auch größere Visionen willkommen. Einige Ergebnisse der Schülerarbeiten waren u. a.:

  • Die Schüler:innen des Gymnasiums Bühlau schlugen vor, mehr Fahrradwege und Bäume entlang asphaltierter Straßen anzulegen. Sie präsentierten zudem ein innovatives Konzept, Energie durch spezielle Gehwegplatten zu gewinnen, die beim Laufen Strom erzeugen.
  • Aus dem LEO-Gymnasium kamen Ideen wie die Ausweitung von Tempo-30-Zonen in der Stadt, um CO2-Emissionen zu senken, mehr „grüne Wellen“ und intelligente Ampeln. Sie wünschten sich außerdem mehr grüne Flächen zur Abkühlung und für saubere Luft. „Ich wünsche mir mehr Bäume zur Abkühlung im Sommer und damit wir bessere Luft atmen können“, erklärte eine Schülerin.
  • Vom Romain-Rolland-Gymnasium kamen Ideen für zusätzliche Mülleimer, um ein Überlaufen zu verhindern, und der Wunsch nach mehr Zebrastreifen und Fahrradwegen.

Die Bürgermeisterin Eva Jähnigen hat das Engagement der Schüler:innen zum Übergabetermin gelobt und ging auf viele der Vorschläge ein. Sie hob hervor, dass in ihrer Amtszeit bereits 120 Hektar neue Grünflächen geschaffen und 100 Hektar bestehende Flächen auf Nachhaltigkeit umgestellt wurden. Zudem berichtete sie von Fortschritten bei der Installation von Photovoltaikanlagen auf Schuldächern und dem Einsatz innovativer Solarfolien als auch der Kombination von Photovoltaik und Solarthermie.

Der 15.12.2024 ist ein wichtiges symbolisches Datum für DresdenZero, da an diesem Tag vor zwei Jahren das „Bürgerbegehren für Klimaneutralität bis 2035“ durch den Stadtrat angenommen wurde. DresdenZero ruft alle Bürger:innen, Organisationen, Politiker:innen und die Stadtverwaltung auf, sich weiterhin für ein klimaneutrales Dresden einzusetzen und das neue Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept zu verabschieden. Gemeinsam können wir die Vision einer lebenswerten Zukunft Wirklichkeit werden lassen.

Übergabe Klima-Wunschzettel

Schlemm dich zum Klimaschutz mit unseren Lieblingsrezepten zum Weltvegetariertag

Seltener Fleisch essen, hat einen großen Einfluss auf die Treibhausgasemission und ist dazu noch gesund für deinen Körper. Schau dir unser Vegi-Menü mit Lieblingsrezepten von DresdenZero-Mitgliedern an.

Tierhaltung braucht große Felder für Futteranbau und viele Verarbeitungsschritte sowie Transporte verursachen Treibhausgase. Rindfleisch aus einem Maststall verursacht 60 kg CO2eq pro Kilogram Fleisch, während Hülsenfrüchte ca. 1 kg CO2eq und Wurzelgemüse nur 0,4 kg CO2eq pro Kilogram Endprodukt emittieren. Mit jeder Mahlzeit ohne Fleisch leisten wir also einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz! Lass dich daher von unserem Menü inspirieren.

Vorspeise: Weiße Bohnen-Kokos-Suppe

Zutaten für 2-4 Personen:

2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
etwas Wasser
1 TL Koriandersaat (gemahlen)
1 TL Paprikagewürz (geräuchert)
Salz & Pfeffer
400 ml Kokosmilch
400 g weiße Bohnen

Nach Belieben:
Baguette
Olivenöl
(Pflanzen-)Joghurt
frische Petersilie
Chiliflocken

  1. Zwiebeln und Knoblauch schneiden
  2. Zwiebeln in etwas Öl anbraten, bis sie glasig sind
  3. Tomatenmark und Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten
  4. mit etwas Wasser ablöschen
  5. Koriandersaat, Paprikagewürz, Salz und Pfeffer hinzufügen
  6. Kokosmilch hinzufügen und 10 Minuten köcheln lassen
  7. Währenddessen Baguette mit Olivenöl in einer separaten Pfanne anbraten
  8. Weiße Bohnen zu Tomaten-Kokossoße hinzufügen, nochmal 5 Minuten köcheln lassen.
  9. In eine Schüssel geben und mit (Pflanzen-)Joghurt, Petersilie und Chiliflocken toppen

Hauptgang: Süßkartoffel-Curry

Zutaten für 2 Personen:

100 g Wildreis
500 g Süßkartoffel
1 Zwiebel
10 g Ingwer
1 Knoblauchzehe
20 g rote Currypaste
150 ml Kokosmilch
150 ml Wasser
400 g gestückelte Tomaten

nach Belieben:
Sesamöl (geröstet)
Salz
Erdnüsse (geröstet und ungesalzen)
frischer Koriander
Erdnussbutter

  1. Reis nach Packungsanleitung kochen
  2. Zwiebel, Süßkartoffeln, Ingwer und Knoblauch schälen und schneiden
  3. Zwiebel und Süßkartoffeln in Sesamöl 5 Minuten anbraten und salzen
  4. Ingwer, Knoblauch und Currypaste hinzufügen und kurz weiterbraten
  5. gestückelte Tomaten, Kokosmilch und Wasser hinzugeben und 15 Minuten köcheln lassen
  6. Toppings vorbereiten: a) Erdnüsse hacken b) Koriander waschen und schneiden c) ca. 1TL Erdnussbutter mit etwas Wasser in einer Schüssel zu einer Soße verrühren
  7. Reis mit dem Süßkartoffeleintopf in eine Schüssel geben und mit Toppings servieren

Nachtisch: Eierschecke (nach Leutewitzer Art)

Mürbeteig-Zutaten für eine 28 cm Springform:

1 Eigelb                               
150 g Mehl
75 g Butter (kalt, in kleinen Stücken)
Salz
50 g Zucker
30 ml Milch (noch besser Not-Milk oder anderen Ersatz)
0,5 TL Backpulver

  1. Ei trennen. Eiweiß kalt stellen
  2. Alles gut verrühren bis kleine Klümpchen entstehen
  3. In der Springform einen dünnen Boden ausdrücken und einen niedrigen Rand
  4. 30 Min. ins Tiefkühlfach

Quarkschicht-Zutaten

500 g Quark (40 %)
1 Ei (komplett)
1 Eigelb
500 ml Milch
2 EL Backöl
130 g Zucker
1 Pck. Vanillepuddingpulver
Vanillepulver
Prise Salz
0,5 TL Zitronenabrieb
Rosinen nach Vorliebe

  1. Ei trennen. Eiweiß kalt stellen
  2. Quarkschichtzutaten verrühren
  3. Auf den tiefgekühlten Teig die Quarkschicht gießen
  4. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Ober/Unterhitze für 50-60 Minuten backen (unterste Schiene)

Eiweißschicht-Zutaten:

2 Eiweiß
2 EL Zucker
Prise Salz

  1. Eiweiß mit Zucker und Salz steif schlagen
  2. nach ca. 1 h auf den vorgebackenen Kuchen geben und weitere 15 Minuten backen.
  3. Gut auskühlen lassen, damit der Pudding fest wird.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Nachkochen und Backen. Wenn du dich tiefer einlesen willst, lies hier weiter:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/6232/dokumente/ifeu_2020_oekologische-fussabdruecke-von-lebensmitteln.pdf

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Landwirtschaft/WWF-Fleischkonsum.pdf

https://www.vegan.at/umwelt-speiseplan

Unser Wahlkompass für die Kommunalwahl in Dresden

Weißt du schon, wen du wählst? Unser Wahlkompass zeigt dir, welche Partei deine Werte am besten vertritt.

Deine Wahlteilnahme ist wichtig, damit wirklich eine von der Mehrheit bestimmte Regierung die zukünftigen Entscheidungen trifft. Lies hier mehr über unseren Wahlkompass.

Ergebnisse der Prüfung des Energie- & Klimaschutzkonzept-Entwurfes

Wir haben den Entwurf des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (IEK) der Stadt Dresden geprüft und nach den Anforderungen des Maßnahmenkataloges von LocalZero bewertet. In der folgenden Übersicht seht ihr, ob und wie die Anforderungen an einen guten Klima-Aktionsplan erfüllt werden.

Ein Klima-Aktionsplan (in Dresden heißt er offiziell „Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (IEK)“) definiert Maßnahmen zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes und bildet die Grundlage, dass nicht mehr als das noch zur Verfügung stehende Budget an Emissionen zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels emittiert werden.

Den genauen Maßnahmenkatalog im IEK von Dresden findet man ab Seite 234: https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=740443&type=do

Alle Teildokumente des IEK könnt ihr unter dem folgenden Link herunter laden: https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=740443&type=do

Anforderungen an Klimaschutzkonzepte



1) 1,5 °C Restbudget-Ansatz

Das Konzept setzt die Grundlage des globalen Restbudgets auf lokaler Ebene um, stellt also sicher, dass nicht mehr als das noch zur Verfügung stehende Budget an Emissionen zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels emittiert werden.

IEK Dresden



Nicht erfüllt.

Es gibt eine Restbudget-Betrachtung (nationales CO2-Budget auf kommunales Einwohner-Budget heruntergerechnet). Weder das 2040, noch das 2035er Szenario halten das 1,5 °C-Ziel ein. Selbst das 1,75 °C-Ziel wird lediglich mit 50 % Wahrscheinlichkeit in beiden Szenarien erreicht. (S. 184)

2) Vollständige Treibhausgas-Bilanzierung

Das Konzept bilanziert in den Sektoren Strom, Wärme, Gebäude (Gewerbe-Handel-Diestleistungen (GHD) und Private Haushalte), Kraftstoffe, Industrie, Verkehr, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und LULUCF (Land Use and Land Use Change and Forestry).

Teilweise erfüllt.

Eine nahezu vollständige Treibhausgas-Bilanzierung ist geplant, aber bisher noch nicht vorhanden. Die Bilanzierung erfolgt nach der standardisierten und für Kommunen üblichen BISKO-Methodik. Diese betrachtet alle endergiebedingten Emissionen (ca. 87 % aller Emissionen). Die Sektoren Landwirtschaft und Abfallwirtschaft fehlen zwar in der Bilanzierung, sollen aber durch Nebenbilanzen erfasst werden. Nicht-energiebedingte Emissionen aus der Industrie sowie der ganze Sektor LULUCF (Land Use and Land Use Change and Forestry) fehlen jedoch.

3) Klimaneutralität 2035

Das Konzept enthält ein Klimaneutralitätsszenario mit dem Ziel Klimaneutralität bis 2030/35.

Teilweise erfüllt.

Es gibt ein 2035er-Szenario (S. 171). Allerdings wurde der Sektor Verkehr dabei nicht betrachtet, sondern wird ausgelagert in den Dresdner Mobilitätsplan 2035+. Im Mobilitätsplan 2035+ wird erst von Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 ausgegangen (S. 22).

4) Weiter-wie-bisher-Trendszenario

Das Konzept enthält ergänzend ein Trendszenario (was passiert, wenn die Kommune keine Maßnahmen ergreift und alles weiterläuft, wie bisher).

Nicht erfüllt.

Das Konzept enthält drei Szenarien mit dem Ziel Treibhausgas-Neutralität im Jahr 2035, 2040, bzw. 2045.

Ein „Weiter-wie-bisher“-Szenario wird im Konzept nicht betrachtet (S. 106).

5) Maßnahmen enthalten jährliche Kosten und Personalbedarf

Das Konzept weist in der Maßnahmenplanung die jährlichen Kosten und den jährlichen Personalbedarf für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen aus.

Teilweise erfüllt.

29 von 52 Maßnahmen enthalten konkrete Angaben zu jährlichen Kosten.

32 von 52 Maßnahmen enthalten konkrete Angaben zum jährlichen Personalbedarf

6) Jahresscharfe Maßnahmen

Das Konzept beschreibt in der Maßnahmenplanung jahresscharf, wann mit welcher Maßnahme begonnen wird.

Teilweise erfüllt.

46 von 52 Maßnahmen enthalten eine jahresscharfe Planung.

7) Maßnahmen geben THG-Einsparpotential an

Jeder Maßnahme ist ein THG-Einsparpotential zugeordnet, so dass in Kombination mit Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen erkennbar ist, ob das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden kann.

Teilweise erfüllt.

Bei 9 der 52 Maßnahmen ist ein direktes THG-Einsparpotential angegeben. 32 Maßnahmen haben nur einen indirekten Einfluss auf die Emissionen (bspw. Erstellung von THG-Bilanzen, Einrichtung Klimabeirat).

Für weitere 5 Maßnahmen sind ungenaue Einsparpotentiale angegeben. Bspw. Lautet für die Maßnahme „Weiterer Ausbau der Zentralen Gebäudeleitstelle“ die Angabe „6 Prozent pro aufgeschalteter Gebäudeleittechnik“. Ein konkreter Wert, wie viele Tonnen an THG dadurch eingespart werden, fehlt.

Für die Maßnahmen im Bereich Verkehr fehlen die Bewertungen, da sie in den Dresdner Mobilitätsplan 2035+ ausgelagert werden. Der Verkehr hat mit einem Anteil von 24 % an den Dresdner THG-Emissionen aber einen bedeutenden Einfluss. Aus den Maßnahmen ist somit noch nicht erkennbar, dass das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden kann.

8) Klare Verantwortlichkeiten

Für alle Maßnahmen sind Verantwortlichkeiten oder zuständige Fachbereiche in der Verwaltung hinterlegt

Erfüllt.

9) Klarer Weg zur Treibhausgasneutralität

Aus dem genauen Zeitplan der Maßnahmenplanung (siehe 6.) kann ab jetzt bis 2035 die THG-Emissionen und der Endenergiebedarf jährlich prognostiziert werden in den Sektoren Strom, Wärme, Kraftstoffe, Gebäude (Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD), Private Haushalte) Industrie, Verkehr, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und (Land Use and Land Use Change and Forestry). Dadurch wird der Weg zur Treibhausgasneutralität erkennbar.

Nicht erfüllt.

Die Maßnahmen im Konzept bilden bisher nur einen Teil der notwendigen Maßnahmen ab. Vollständige THG-Neutralität wird damit nicht erreicht. Ein Weg zur THG-Neutralität ist nicht darstellbar, da der Umfang der definierten Maßnahmen nicht genügt und viele Maßnahmen nicht mit ausreichenden Informationen (Zeitplanung, Auswirkung THG Reduktion) versehen sind.

10) Akzeptanz und Beteiligung

Das Konzept enthält Maßnahmen zur Akzeptanz sowie die Möglichkeit zur Beteiligung der einzelnen Akteur:innen. Hierzu gibt es auf der Seite von LocalZero noch ausführlichere Informationen.

Teilweise erfüllt.

Verschiedene Beteiligungsangebote wurden geplant, wie z. B. Klimaschutzforum, regelmäßiger Austausch mit Unternehmen und Klimaschutzinitiativen, Klimabeirat (S. 206/7). Weitere Beteiligungsformate sollen entwickelt werden, sind aber noch nicht konkret benannt. Ausstattung der Beratungsangebote ist mangelhaft (derzeit nur 0,2 Vollzeitstellen) (S. 273). Der Aufbau der digitalen Plattform bis Q3/2025 ist zu langfristig (S. 317).

11) Wirksamkeit der Stadtverwaltung

Das Konzept beleuchtet die Nachhaltigkeitsarchitektur in der Verwaltung. Kann die Verwaltung die Maßnahmen zur Klimaneutralität umsetzen? Gibt es ein Klimaschutzmanagement bzw. eine Klimarelevanzprüfung?

Erfüllt.

Im Handlungsfeld „Organisation des Klimaschutzes in der Stadtverwaltung“ wird die Nachhaltigkeitsarchitektur der Verwaltung beschrieben (S. 97). Die Stadtverwaltung hat eine Stabsstelle für Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Zusätzlich soll eine Koordinierungsstelle zur beschleunigten Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und zur Erreichung der Mobilitätswende geschaffen werden.

Eine Klimarelevanzprüfung ist durch den Stadtratsbeschluss A0011/19 vom 30.01.2020 gegeben: „Der Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden erklärt […] den Klimaschutz zur städtischen Aufgabe von höchster Priorität für die Daseinsvorsoge durch die Stadt und die städtischen Beteiligungsgesellschaften. Die Landeshauptstadt Dresden berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen und bevorzugt Lösungen, die sich positiv auf den Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.“

Die Erreichung von Klimaneutralität bis 2035 ist eine große Herausforderung, aber notwendig, um gesundheitliche und wirtschaftlichen Schäden abzuwenden. Nur eine vollständige und konkrete Zielplanung ermöglicht es, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Wir appellieren an alle politischen Amtsträger und Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung, den Entwurf zum IEK nachzubessern.

Monitoring für Klimaschutzmaßnahmen ist online

In den letzten Monaten haben wir an einer Webseite gearbeitet, auf der ihr euch über Dresden´s Fortschritte beim Klimaschutz informieren können. Wir präsentieren stolz: Das Klimamonitoring für Dresden.

Auf der Website https://monitoring.localzero.net/dresden machen wir lokale Erfolge sowie bestehende Herausforderungen im Klimaschutz transparent. Hierfür berichten wir über den Stand ausgewählter Maßnahmen, welche in unseren Augen besonders wichtig sind, um die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Aktuell könnt ihr euch bereits über die Transformation der Fernwärme in Dresden informieren, die bisher nur zu 1 % aus erneuerbaren Energien stammt. Auch die Nutzung fossiler Brennstoffe in vielen Haushalten ohne Fernwärmeanschluss und das enorme Potenzial für solare Stromerzeugung werden dargestellt.

Unser Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu fördern und sicherzustellen, dass Dresden seinen Kurs in Richtung 1,5° C-Kompatibilität beibehält, wie es im erfolgreichen Bürgerbegehren von 2022 festgelegt wurde. Mit dem Monitoring wollen wir sowohl positive Entwicklungen im Klimaschutz aufzeigen als auch auf Missstände hinweisen und das Interesse an Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Bevölkerung wecken. Unser Ziel ist es, eine Basis für eine sachorientierte und fundierte Diskussionskultur zu schaffen. Als konstruktive Gesprächspartner für den Stadtrat und die Stadtverwaltung möchten wir einen offenen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft ermöglichen.

Der Aufbau der Webseite erfolgt in Zusammenarbeit mit GermanZero und LocalZero-Gruppen in anderen Städten. In den kommenden Monaten werden wir noch viele weitere Handlungsfelder analysieren und in unser Monitoring aufnehmen.

Unser Plan für 2024 steht fest

Es gibt viel zu tun und noch mehr Ideen, aber leider nur begrenzt Zeit. Daher haben wir in einem internen Strategietreffen unsere unsere Ziele und Aufgaben für 2024 ausgearbeitet. Hier sind die wichtigsten Themen:


1) Sobald das Klimaschutzkonzept (IEK) veröffentlich wird, nehmen wir dieses genau unter die Lupe. Zudem wollen wir auch weiterhin mit den Verantwortlichen im Austausch bleiben und uns noch mehr vernetzten.


2) Wir arbeiten intensiv an der Weiterentwicklung eines eigenen Monitoring-Tools mit dem ihr zukünftig konkrete Klimaschutz-Maßnahmen der Stadt mitverfolgen könnt.


3) Wir bleiben dran an der Gründung eines Klimabeirates und wir haben uns vorgenommen darin einen Sitz zu bekommen, damit wir die Entwicklung zu einer klimaneutralen Stadt direkt in einem offiziellen Gremium vertreten können.


Dazu kommen noch viele andere Projekte, wie z. B. Veranstaltungen zur Begleitung der Kommunalwahl bis zum Sommer. Du willst auch dabei sein und das Thema Klimaschutz in Dresden voranbringen? Komm zu unseren Treffen, lerne Möglichkeiten deiner Mitarbeit kennen oder unterstütze uns gern mit deiner Spende. 

Jahresrückblick 2023

Was DresdenZero im vergangenen Jahr bewegt und geleistet hat, erfahrt ihr in diesem Artikel. Es viel los gewesen!

Wie ihr wisst, war unser Bürgerbegehren erfolgreich. Der Stadtrat hat daraufhin am 15.12.2022 beschlossen, 2035 als Zieljahr im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept festzuschreiben und die Maßnahmen zu konkretisieren. Darauf waren wir alle sehr stolz und danach – zugegeben – auch etwas erschöpft.

Nach einer mehrmonatigen Pause haben sich im Frühsommer letzten Jahres drei Leute wieder zusammengefunden, um DresdenZero wiederzubeleben. Denn der von uns erkämpfte Stadtratsbeschluss muss nun auch umgesetzt werden und davon merken wir bislang zu wenig. Die Überarbeitung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes lässt leider weiter auf sich warten.

Die ersten Erfolge im zweiten Halbjahr 2023 haben nicht lange auf sich warten lassen und uns neu motiviert. So konnte ein dauerhafter Sitz im Mobi-Dialog erreicht werden, einem offiziellen Gremium der Stadtverwaltung zur Entwicklung eines neuen Mobilitätskonzeptes. Zur Gründung eines Klimabeirates, der den Stadtrat zukünftig themenbezogen beraten soll, konnte DresdenZero den Satzungsentwurf prüfen, kommentieren und vor dem Ausschuss für Umwelt & Klima dazu sprechen. Der Dezember stand dann ganz im Zeichen der Prüfung des Dekarbonisierungskonzeptes der SachsenEnergie AG, die für die gesamte Strom-, Fernwärme- und Gasversorgung Dresdens verantwortlich ist und einem erneuten Redeauftritt vor dem Stadtrat zu diesem Thema. Unser anspruchsvollstes Projekt ist derzeit die Entwicklung eines webbasierten Monitoring-Tools zur Darstellung von CO2 Einsparungen in Dresden. Gleichzeitig haben wir uns zum Ziel gesetzt, Events für die Stadtbevölkerung durchzuführen, um diese für Klimaschutzmaßnahmen zu motivieren und ein breiteres Verständnis aufzubauen.

Der Neustart von DresdenZero war dabei auch ein Generationenwechsel. Denn viele, die sich in der ersten Phase von DresdenZero engagiert haben, können dies aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mehr leisten. Wir suchen weiterhin Unterstützung im Marketing, bei den Finanzen und im Verwaltungsrecht. Aber auch das Team „Aktionen & Engagement“ sowie das Team „Fachexpertise & Politische Arbeit“ kann umso mehr leisten, je mehr Mitarbeitende es gibt. Lest hier mehr, schreibt uns an und schaut auf unseren Montags-Treffen vorbei. Ihr seid herzlich willkommen!

Auch in 2024 wollen wieder vieles bewegen und voranbringen. Seid gespannt und folgt uns auf Instagram, um über unsere Projekte und Aktivitäten auf dem Laufenden zu bleiben.

SachsenEnergie ignoriert Beschluss

Vor genau einem Jahr hat der Stadtrat das Bürgerbegehren für ein „Klimaneutrales Dresden bis 2035“ angenommen und beschlossen das Klimaschutzkonzept zu überarbeiten. Doch statt Geburtstagsfreude gibt es heute schlechte Nachrichten.

Ein zentrales Element für eine klimaneutrale Stadt ist die CO2-freie Energieversorgung (Strom, Heizung, etc.). Leider hat der Stadtrat gestern das Dekarbonisierungskonzept der SachsenEnergie AG angenommen, welches das gesamte Klimaneutralitätsziel von Dresden in Frage stellt. Das Konzept sieht eine Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung bis 2045 vor, was den eigentlichen Zielhorizont um 10 Jahre hinausschiebt. Zum anderen verlässt es sich zu großen Teilen auf den Einsatz von Wasserstoff, der bisher nur in geringen Mengen und zu hohen Preisen hergestellt werden kann. Und schließlich finden sich in dem Konzept Versorgungsquellen, wie die Verbrennung von Müll zur Wärmegewinnung, die sehr klimaschädlich sind und umfangreich reduziert werden müssten. Wir haben ausdrücklich auf die Schwachstellen und Zieljahreskonflikte des Dekarbonisierungskonzeptes aufmerksam gemacht, in dem wir gestern vor dem Stadtrat dazu gesprochen haben und eine Pressemitteilung mit weiteren Initiativen veröffentlicht haben. Trotzdem wurde das Konzept angenommen.

Für den heutigen Geburtstag des Bürgerbegehrens hätten wir gerne den Dresdner:innen bessere Nachrichten überbracht. Wer sich weiter informieren will, kann folgende Links nutzen:

Videoaufzeichnung der Stadtratssitzung (TOP 14 beginnt bei 4:39 h; Unser Beitrag beginnt direkt nach der Einleitungsrede.):

https://www.dresden.de/de/rathaus/politik/stadtrat/stadtratssitzung-live3.php?pk_kwd=livestream

Gültigkeit des Bürgerbegehrens von der Stadt Dresden bestätigt.

Unsere Stimmzettel wurden von der Stadtverwaltung ausgezählt: Mit 24.633 Unterschriften konnten wir das erforderliche Quorum von 21.613 Unterschriften deutlich übertreffen.

Die Dresdner Stadtverwaltung hat daraufhin eine Beschlussempfehlung für den Stadtrat veröffentlicht und übernimmt dabei vollständig unsere Forderung, dass die Klimaneutralität bis 2035 in einem neuen Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept festgeschrieben werden soll.

Das ist ein fantastischer Erfolg für den Dresdner Klimaschutz. Die größte Hürde ist damit genommen, nun gilt es abzuwarten, wie der Stadtrat am 15. Dezember 2022 über unser Anliegen entscheiden wird. Er kann die Forderung sofort annehmen oder einen Bürgerentscheid verlangen. Es bleibt also spannend.

Erfolgreicher Abschluss des Bürgerbegehrens

Am 23. Juni haben wir 17 Ordner mit euren Unterschriften persönlich an den Bürgermeister, Herrn Hilbert, übergeben. 31.000 Unterschriften konnten wir bis zum Ende des Bürgerbegehrens sammeln und damit 9.000 mehr als rechnerisch notwendig sind. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass das Bürgerbegehren erfolgreich ist. Offiziell muss dies erst durch die Stadtverwaltung bestätigt werden, die in den kommenden Wochen die Unterschrift jedes Wählers auf ihre Gültigkeit prüfen muss.

Eineinhalb Jahre Arbeit in denen Hunderte ehrenamtliche Mitarbeiter-, Helfer- und Helfers-Helfer:innen unzählige Aufgaben zu meistern hatten, haben dieses Projekt möglich gemacht.

Aber wir alleine wären wir natürlich Nichts ohne euch: unsere Unterschreiber:innen. Danke ♥

Wie geht es nun weiter?

Sobald das Bürgerbegehren offiziell abgeschlossen ist, hoffen wir darauf, dass der Stadtrat aktiv wird und das „Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept“ (IEK) überarbeitet, damit darin konkrete Maßnahmen zur Erreichung von Klimaneutralität bis 2035 festgelegt werden. Wenn der Stadtrat dies nicht tut, wird in den kommenden Monaten ein Bürgerentscheid durchgeführt. Bei einem Bürgerentscheid müssen alle Wahlberechtigungen an einem festgelegten Wahltag über das Begehren abstimmen. Der Wahlablauf ist der gleiche, wie bei einer offiziellen Kommunalwahl. Wir hoffen jedoch, dass der Stadtrat bereits durch das Bürgerbegehren, den Handlungswunsch der Bürger anerkennt.