Zwei Spuren statt vier: Gemeinsam für eine zukunftsfähige Carolabrücke
Bei einer öffentlichen Kundgebung haben wir zusammen mit weiteren Dresdner Initiativen, wie Greenpeace Dresden, BUND Dresden, dem StuRa Dresden und der TU-Umweltwissenschaften, am 16.08.2026 für einen zweispurigen Wiederaufbau der Carolabrücke demonstriert. Rund 300 Dresdner:innen unterstützten unsere Forderung.
Im Fokus der Kundgebung standen die vermeidbaren Mehrkosten eines vierspurigen Neubaus, sowie die, aus unserer Sicht, fragwürdige Priorisierung städtischer Ausgaben. Der Dresdner Stadtrat hatte sich im Juni 2025 für einen vierspurigen Neubau ausgesprochen. Für den Beschluss fehlt jegliche fachliche Grundlage. Der Brückenexperte Professor Steffen Marx kritisierte die Entscheidung mit den Worten: „Diese vier Spuren sind auf der Basis von gar nichts entschieden worden.“ Laut Verkehrsforscher:innen der TU Dresden und entsprechenden Simulationen hat die Spurenanzahl keinen entscheidenden Einfluss auf Staubildung. Ausschlaggebend sind die Kreuzungsbereiche vor und hinter der Brücke.
Bis zu 30 Millionen Euro Mehrkosten
Nach fachlichen Einschätzungen wäre ein vierspuriger Neubau nicht nur in der Errichtung deutlich teurer als eine zweispurige Variante, sondern würde aufgrund der größeren Bauwerksfläche auch dauerhaft höhere Instandhaltungs- und Unterhaltungskosten verursachen. Das Expertengremium um Professor Steffen Marx beziffert die möglichen Mehrkosten auf bis zu 30 Millionen Euro. Jahrelang haben CDU und FDP an der schwarzen Null festgehalten. Wir fragen uns daher: „Warum ist nun Geld für überflüssige zwei Spuren da?“

Prioritäten bei den öffentlichen Investitionen setzen
Die Landeshauptstadt Dresden steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Gleichzeitig besteht ein hoher Investitionsbedarf in die bestehende Infrastruktur. Die Sanierung weiterer sanierungsbedürftiger Brücken ist dabei nur ein Beispiel für die zahlreichen Aufgaben, die in den kommenden Jahren bewältigt werden müssen. Vor diesem Hintergrund fordern wir, öffentliche Mittel gezielter und bedarfsgerechter einzusetzen. „Dresden braucht eine funktionale und zukunftsfähige Brücke. Zusätzliche Millionen für eine größere Brücke auszugeben, ohne dass ein entsprechender Nutzen gegeben ist, setzt falsche Prioritäten“, argumentierte Christian von DresdenZero während der Kundgebung.
Gerade im sozialen und kulturellen Bereich wurde in den vergangenen Jahren erheblich gekürzt. Umso weniger nachvollziehbar ist es aus unserer Sicht, dass gleichzeitig bis zu 30 Millionen Euro zusätzlich für eine vierspurige Variante der Carolabrücke ausgegeben werden sollen. Wir fordern deshalb, die verfügbaren Mittel dort einzusetzen, wo sie angesichts der angespannten Haushaltslage tatsächlich gebraucht werden, z.B. für den Erhalt des deutlich klimafreundlicheren ÖPNV.
Zukunftsfähigkeit bedeutet Verkehrswende
Die politische Begründung, eine vierspurige Carolabrücke sei „zukunftsfähig“, kritisieren wir! Zukunftsfähigkeit bedeutet nicht automatisch, möglichst viel Autoverkehr auf möglichst vielen Spuren unterzubringen, sondern Aufenthalts- und Lebensqualität zu schaffen, saubere Luft, sichere Verkehrsanlagen, Grünanlagen, der Erhalt des ÖPNV und sozialer Angebote.
Nach der Kundgebung ist vor der Entscheidung – Wir zeigen Banner zur Stadtratssitzung!
Am 03. September wird der Dresdner Stadtrat über die Zukunft der Carolabrücke abstimmen. Deshalb wollen wir uns gemeinsam vor dem Rathaus versammeln und die letzte Gelegenheit nutzen, um unsere Forderung nach einer zweispurigen Carolabrücke ein weiteres Mal sichtbar zu machen.
Seid dabei, bringt Freund:innen und Familie mit und zeigt gemeinsam mit uns: Zukunftsfähig sieht anders aus! Zwei Spuren statt vier auf der neuen Carolabrücke!
📆 Beginn: 15:00 Uhr Ende: 16:00 Uhr
📍 Treffpunkt: Rathaus Dresden, Rathausplatz

Thomas Victor

